Was soll man davon halten? Michael Bay wird zusammen mit Andrew Form und Brad Fuller ein Remake des Kult-Horrorfilms Rosemary's Baby produzieren. Sowohl Form als auch Fuller sind etablierte Horror-Produzenten und haben 2003 bereits mit Michael Bay das Remake von Texas Chainsaw Massacre gemacht. Dieses konnte mit nicht so recht überzeugen, weshalb ich nun um Rosemary's Baby fürchte. Roman Polanskis Film von 1968 ist ein Klassiker des Horror-Genres, den viele zu Recht als filmisches Meisterwerk an sich betrachten. Da es noch keine weiteren Details gibt, möchte ich kein übereiltes Urteil abgeben. Ich werde aber gespannt sein, wie es mit diesem Projekt weitergeht.
Andrew Form und Bradley Fuller werden außerdem noch weitere Horror-Erfolge neu auflegen. Darunter Friday the 13th, A Nightmare on Elm Street und einen weiteren Genre-Klassiker, nämlich Alfred Hitchcocks The Birds (Die Vögel).
Ich hoffe, die Produzenten sind sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Originalmaterial bewusst und werden hohe künstlerische Ansprüche an sich selbst stellen anstatt nur an die Kinokassen zu denken.
Mittwoch, 12. März 2008
Donnerstag, 6. März 2008
Michael Clayton (2007) / *****
War George Clooney jemals besser als in diesem Wirtschaftsthriller, der in Deutschland erst vor wenigen Wochen in die Kinos kam? Vielleicht in Good Night, and Good Luck, aber ich glaube, kaum.
Michael Clayton (George Clooney) ist ein sogenannter Corporate Fixer. Ein "Aufputzer". Jemand, der diskret den Dreck und die Probleme beseitigen soll, die andere verantwortet haben. Sein Job ist so brisant, dass er in der Anwaltskanzlei, für die er tätig ist, gar nicht offiziell auf der Mitarbeiterliste auftaucht.
Ein einfacher Job ist es schon gar nicht. So begegnen wir Michael Clayton dann auch als ausgebranntem Hauptcharakter, der Geldprobleme hat, spielsüchtig ist, es in seinem Leben aber noch einmal wissen und einmal die Wahrheit ans Licht bringen möchte, anstatt sie zu vertuschen.
Die Haupthandlung des Films kommt dadurch ins Rollen, dass Clayton zu einem brisanten Fall berufen wird. Ein Staranwalt der Kanzlei hat während einer Vernehmung durchgedreht und sich nackt ausgezogen. Michael Clayton soll diesen Anwalt wieder zur Vernunft bringen, vor allem weil es sich um eine Sammelklage handelt, bei der mehrere hundert Kläger Schadensersatz vom Klienten der Kanzlei, U/North, in mehrstelliger Millionenhöhe fordern. Dabei stößt er aber auf einen Berg vertuschter Details und Lügen. (Ich möchte hier nicht weiter ins Detail gehen, um von der spannenden Handlung nichts vorwegzunehmen.)
Michael Clayton ist der erste Film, bei dem Tony Gilroy Regie führte. Gilroy ist bereits ein erfolgreicher Drehbuchautor, der zum Beispiel die Skripte für alle drei Bourne-Filme schrieb, sowie die Drehbücher zu Armagedoon, Lebenszeichen - Proof of Life und Im Auftrag des Teufels. Was Gilroy zu einem solch guten Autoren macht, ist, dass er immer den Überblick über komplexe Geschichten behält. Michael Clayton ist, wie auch schon die Bourne-Filme, ein komplexer Film mit vielen Charakteren. Zwar gibt es keine großen Überraschungen bei der Haupthandlung, aber es gibt viele Details, die ein unerfahrener Autor nur zu leicht übersehen hätte. Dass er auch Regie führen kann, hat Gilroy nun mit diesem Film gezeigt. Was mir an seiner Regie besonders gefällt, ist dass er sich zurück hält. Er lässt die Bilder für sich sprechen und nimmt sich Zeit für den Aufbau der Geschichte.
Auch beherrscht Tony Gilroy es, eine Story mit einer innovativen Struktur zu erzählen. Dies hat er bereits bei Die Bourne Verschwörung und Das Bourne Ultimatum gemacht, dem zweiten und dritten Teil der Bourne-Trilogie. Wer die beiden Filme sieht, wird feststellen, dass ein großer Teil des dritten Films eigentlich in den zweiten einzuordnen ist und quasi ein nachgereichtes Stück Handlung ist, das den Plot aber vorantreibt. Bei Michael Clayton hat Gilroy eine ähnliche Technik angewandt, wovon ich aber nichts verraten werde.
Michael Clayton ist kein einfacher Film. Er ist ein Wirtschaftsthriller, der die fragwürdigen Strukturen und Motivationen großer Konzerne anprangert, ohne dabei in Klischées abzutauchen oder oberflächlich zu werden. Nein, Michael Clayton ist großes Kino mit großartigen Schauspielern in gut geschriebenen Rollen: Sydney Pollack, Tom Wilkinson, Karen Crowder und, allen voran, George Clooney. Dieser wurde übrigens völlig zu Recht für diese Rolle für den Oscar 2008 nominiert, auch wenn er gegen den überragenden Daniel Day-Lewis verlor (dieser gewann für seine Darstellung in There Will Be Blood).
MICHAEL CLAYTON kann ich jedem empfehlen, der gutes Kino mag und gerne einmal wieder einen Film sehen möchte, der völlig von der spannenden Handlung und den Charakteren getragen wird, anstatt sich auf Spezialeffekte zu verlassen.
WERTUNG: 5/5
Michael Clayton (George Clooney) ist ein sogenannter Corporate Fixer. Ein "Aufputzer". Jemand, der diskret den Dreck und die Probleme beseitigen soll, die andere verantwortet haben. Sein Job ist so brisant, dass er in der Anwaltskanzlei, für die er tätig ist, gar nicht offiziell auf der Mitarbeiterliste auftaucht.
Ein einfacher Job ist es schon gar nicht. So begegnen wir Michael Clayton dann auch als ausgebranntem Hauptcharakter, der Geldprobleme hat, spielsüchtig ist, es in seinem Leben aber noch einmal wissen und einmal die Wahrheit ans Licht bringen möchte, anstatt sie zu vertuschen.
Die Haupthandlung des Films kommt dadurch ins Rollen, dass Clayton zu einem brisanten Fall berufen wird. Ein Staranwalt der Kanzlei hat während einer Vernehmung durchgedreht und sich nackt ausgezogen. Michael Clayton soll diesen Anwalt wieder zur Vernunft bringen, vor allem weil es sich um eine Sammelklage handelt, bei der mehrere hundert Kläger Schadensersatz vom Klienten der Kanzlei, U/North, in mehrstelliger Millionenhöhe fordern. Dabei stößt er aber auf einen Berg vertuschter Details und Lügen. (Ich möchte hier nicht weiter ins Detail gehen, um von der spannenden Handlung nichts vorwegzunehmen.)
Michael Clayton ist der erste Film, bei dem Tony Gilroy Regie führte. Gilroy ist bereits ein erfolgreicher Drehbuchautor, der zum Beispiel die Skripte für alle drei Bourne-Filme schrieb, sowie die Drehbücher zu Armagedoon, Lebenszeichen - Proof of Life und Im Auftrag des Teufels. Was Gilroy zu einem solch guten Autoren macht, ist, dass er immer den Überblick über komplexe Geschichten behält. Michael Clayton ist, wie auch schon die Bourne-Filme, ein komplexer Film mit vielen Charakteren. Zwar gibt es keine großen Überraschungen bei der Haupthandlung, aber es gibt viele Details, die ein unerfahrener Autor nur zu leicht übersehen hätte. Dass er auch Regie führen kann, hat Gilroy nun mit diesem Film gezeigt. Was mir an seiner Regie besonders gefällt, ist dass er sich zurück hält. Er lässt die Bilder für sich sprechen und nimmt sich Zeit für den Aufbau der Geschichte.
Auch beherrscht Tony Gilroy es, eine Story mit einer innovativen Struktur zu erzählen. Dies hat er bereits bei Die Bourne Verschwörung und Das Bourne Ultimatum gemacht, dem zweiten und dritten Teil der Bourne-Trilogie. Wer die beiden Filme sieht, wird feststellen, dass ein großer Teil des dritten Films eigentlich in den zweiten einzuordnen ist und quasi ein nachgereichtes Stück Handlung ist, das den Plot aber vorantreibt. Bei Michael Clayton hat Gilroy eine ähnliche Technik angewandt, wovon ich aber nichts verraten werde.
Michael Clayton ist kein einfacher Film. Er ist ein Wirtschaftsthriller, der die fragwürdigen Strukturen und Motivationen großer Konzerne anprangert, ohne dabei in Klischées abzutauchen oder oberflächlich zu werden. Nein, Michael Clayton ist großes Kino mit großartigen Schauspielern in gut geschriebenen Rollen: Sydney Pollack, Tom Wilkinson, Karen Crowder und, allen voran, George Clooney. Dieser wurde übrigens völlig zu Recht für diese Rolle für den Oscar 2008 nominiert, auch wenn er gegen den überragenden Daniel Day-Lewis verlor (dieser gewann für seine Darstellung in There Will Be Blood).
MICHAEL CLAYTON kann ich jedem empfehlen, der gutes Kino mag und gerne einmal wieder einen Film sehen möchte, der völlig von der spannenden Handlung und den Charakteren getragen wird, anstatt sich auf Spezialeffekte zu verlassen.
WERTUNG: 5/5
Labels:
2007,
George Clooney,
Michael Clayton,
Sydney Pollack,
Thriller,
Tony Gilroy
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