Gedreht hat den Film Marcel Wehn, Absolvent der Filmakademie Ludwigsburg. Der Film war seine Abschlussarbeit.
"Wim Wenders' frühe Jahre“ ist ein Untertitel wie für einen Klassenaufsatz. Und so beginnt der Film auch: mit einem Regisseur, der alte Fotos betrachtet, die in Reihen von der Decke hängen, und dabei artig seine Lebensstationen abhakt. Dann kommen Originaldokumente ins Bild: der erste Schmalspurfilm des Schülers W., der strenge Vater - ein Chefarzt -, der Bruder, die schweigsame Mutter. Wim Wenders ist im Haus eines Patriarchen groß geworden, wie sein Alter Ego Sam Farber in „Bis ans Ende der Welt“, und seine Helden sind verlorene Söhne wie Travis in „Paris, Texas“; nur die Engel unter ihnen gründen eine Familie. Man weiß es längst; bei Marcel Wehn sieht man nun, woher es kommt. Seine Bilder passen zu denen, die wir kennen.
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Aber dann tritt ein anderer Wenders ins Bild, einer, der plötzlich, mitten in seinen Bummeljahren in Paris, ganz genau weiß, was er will, und es auch durchsetzt. Ulrike Sachweh, seine erste Liebe, hat ihn für einen anderen Mann verlassen, doch von da an ist es Wenders, der die Frauen verlässt, die Freunde, die Mitarbeiter, die Schauspieler. Und so reden sie in die Kamera: als Verlassene und Verletzte, als Wenders-Material, zurückgelassen auf der Straße zum Ruhm. Am meisten verletzt ist der Kameramann Robby Müller, der sich mit dem Regisseur bei den Dreharbeiten zu „Bis ans Ende der Welt“ verkracht hat; gleich dahinter kommt Lisa Kreuzer, von der sich Wenders trennte, als ihm sein „Hammett“-Projekt in Hollywood wichtiger war. Man sieht den beiden an, dass sie den Streit, den Wenders ihnen nicht gegönnt hat, immer noch gern mit ihm austragen würden. Aber mit Wim Wenders kann man keinen richtigen Krach anfangen, auch im Kino nicht, wie der Fall von „In weiter Ferne, so nah!“ beweist, der zwar viele Verrisse, aber keine Debatte ausgelöst hat. „Die innere innige Ruhe“, die Edda Köchl-König, Wenders' erste Ehefrau, ihrem Exmann bescheinigt, ist seinen Filmen gleichfalls eingeprägt.
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